Hypertonische Lösungen haben eine höhere Osmolalität als Plasma und extrazelluläre Flüssigkeit. Die am häufigsten verwende- te hypertonische Lösung ist 5 %-ige Dextrose in 0,9 %-iger Kochsalzlösung (560 mOsm/l). Sie kann als partielle Erhaltungslösung verwendet werden, sobald der Patient vollständig rehydriert ist. Sie wird am besten langsam intravenös verabreicht. Diese Lösung sollte niemals bei dehydrierten Tieren angewendet werden, da sie die Dehydra- tion der Zellen fördert und die Hypovolämie durch Stimulierung der Diurese verstärkt, bevor eine ausreichende Expansion des Plasmavolumens erreicht wurde Kürzlich wurde eine kleinvolumige hypertonische Kochsalzlösung (7,5 %) als Mittel zur wirksamen anfänglichen Wiederbelebung nach einem hämorrhagischen Schock vorgeschlagen. 4,5 Infusion von 4 bis 5 ml/kg Natriumchlorid 7,5 % (2400 mOsm / l) bei hä- morrhagischem Schock kann den systemischen Blutdruck und das Herzzeitvolumen schnell erhöhen und einen erhöhten renalen, totalen splanchnischen und koronaren Blutfluss erzeugen. Kolloide Vollblut, Plasma und kolloidale Plasmaexpander sind wertvoll, um das zirkulierende Blutvolumen im Falle eines Schocks zu erhöhen. Der Großteil der Lösung wird im Gefäßsystem zurückgehalten, wo sie den osmotischen Druck des Blutes über dem der extravaskulären Flüssigkeitsräume erhöht. Folglich gelangt Wasser aus dem interstitiellen Flüssigkeitsraum in das Blut, wodurch das zirkulierende Blutvolumen erhöht wird. Plasma ist die am häufigsten verwendete Kolloidlösung in der Tiermedizin. Der Hauptvorteil liegt in dem kolloidosmotischen Druck, der durch Plasmaproteine entsteht. Es eignet sich für die Behandlung hypoproteinämischer Erkrankungen wie chronis- che Lebererkrankungen, Enteropathie mit Proteinverlust und Glomerulopathie. Die Hauptnachteile von Plasma sind die begren- zte Verfügbarkeit, eine lediglich vorübergehende Wirksamkeit und die hohen Kosten. Dextrans sind synthetische Kolloide, die aus Zuckerrüben gewonnen werden. Dextran 70 und 40 sind in 5%-igen Dextrose- oder Kochsalzlösungen erhältlich. Dextran 40 hat den Vorteil, dass es die Rouleaux-Bildung und die Verschlammung roter Blut- körperchen verzögert und so die Mikrozirkulation über die einfache Volumenexpansion hinaus verbessert. 6Zu den Nachteilen gehören Koagulopathien infolge verminderter Thrombozytenfunktion und veränderter Fibringerinnselbildung. Weitere Prob- leme sind Nierenversagen, Anaphylaxie und eine verminderte Immunfunktion. 4 Hydroxyethylstärke (Hetastarch) ist ein synthetisches Polymer, das aus einer Wachsstärke gewonnen wird, die hauptsächlich aus Amylopektin besteht. Wie Albumin erweitert sie das zirkulierende Plasmavolumen. Die Osmolalität beträgt ca. 310 mOsm/l. Das erweiterte Plasmavolumen kann 24 Stunden oder länger andauern. Hydroxyethylstärke ist als 6 %ige Kochsalzlösung erhältlich. Es sollte langsam mit einem Fluss von 10 bis 20 ml/kg/Tag infundiert werden. Quelle: https://www.vin.com/apputil/content/defaultadv1.aspx?pId=11196&id=3854241 www.kruuse.com 27
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